Falscher Computer Supporter

Beim sogenannten ‚Microsoft-Betrug‘ spricht die Täterschaft in den häufigsten Fällen Englisch. Auf dem Display ist erkennbar, dass die Anrufe aus dem Ausland stammen. Die Person am Telefon weist darauf hin, dass beim Computer schwerwiegende Probleme aufgetaucht seien und dass der Schaden einfach behoben werden könne. Durch Installation einer Fernwartungssoftware wird den Betrügern der Zugriff auf den eigenen Computer gewährt. Dadurch können die Betrüger private Daten kopieren, auf  das Online-Banking zugreifen oder den Computer sperren, um vom Opfer Geld für die Freigabe zu erpressen.

Tatablauf

  1. Das Opfer erhält einen Telefonanruf von einer Person, welche angibt, Angestellte/-r einer grossen Computerfirma zu sein (zB: Microsoft, Google, Apple etc.). Es wird behauptet, dass der Computer der angerufenen Person schwerwiegende Schäden aufweise und eine ernsthafte Gefahr für andere Computer im Netz darstelle. Es müssen dringend Wartungsarbeiten ausgeführt werden, damit weiterer Schaden verhindert werden kann.
  2. Das Opfer wird aufgefordert, der fremden Person den Zugriff auf den eigenen Computer zu erlauben. Dazu wird das Opfer direkt am Telefon angeleitet, was am Computer zu tun ist. Die Täter installieren eine sogenannte Fernwartungssoftware, auch Remote Service oder Remote Administration genannt (zB AnyDesk oder TeamViewer) auf den Computer. Das Opfer muss dann nur noch den Zugriff durch Mausklick erlauben und schon hat der Betrüger freien Zugriff auf den Computer.
  3. Der Täter führt vermeintlich Fernwartungsarbeiten am Computer durch. Das Opfer sieht am Bildschirm, wie von fremder Hand Arbeiten am Computer ausgeführt werden. Das dauert einige Zeit. Was oder ob überhaupt etwas getan wird, kann das Opfer nicht feststellen.
  4. Der Täter verlangt zum Schluss eine Gegenleistung für den Support. Die Betrüger wenden verschiedene Vorgehensweisen an, um an das Geld der Opfer zu kommen.
  • Direkte Abbuchung via E-Banking. Dazu soll das Opfer das E-Banking öffnen und der Betrüger hilft beim Eintragen der richtigen Kontoverbindung
  • Zahlung mit Guthaben-Karten (zB. Google Pay-Karten). Das Opfer kauft solche Karten und teilt dem Betrüger den Code zur Einlösung mit
  • Wenn das Opfer nicht zahlt, wird der Computer sofort gesperrt und erst nach der Bezahlung wieder frei gegeben

Was sind die Risiken?

Die Täter haben freien Zugriff auf ihren Computer. Das ermöglicht das Kopieren und Weiterverwenden von privaten Daten, den Zugriff auf ihr E-Banking und damit das Manipulieren von Bankkonten, das Installieren von Schadsoftware oder das Sperren ihres Computers. Die Täter können von ihrem Computer aus Straftaten begehen und dafür Ihre Identität benutzen.

Wie sie sich beim Anruf eines Computer-Support-Betrügers richtig verhalten, erfahren Sie hier!

Wie schütze ich mich vor dem Computer-Support-Betrüger?

  1. Gewähren Sie niemals einer fremden Person den Fernzugriff auf ihren Computer. Ohne ihr Zutun wird sich niemals ein Computer-Supporter bei ihnen melden und den Zugriff verlangen. Dazu müssen sie selber einer Fachperson den Auftrag geben. Tun sie das nur, wenn sie Unterstützung benötigen und diese Fachperson selber beauftragt haben.
  2. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Eine am Telefon unter zeitlichem und emotionalem Druck gefällte Entscheidung kann schwere Folgen haben. Lassen sie sich niemals zu Entscheidungen drängen. Wenn sie sich durch den Anrufer unter Druck gesetzt fühlen, unterbrechen sie den Anruf. Das ist nicht unhöflich, sondern dient ihrem Schutz!
  3. Wenn sie unsicher sind, sprechen sie mit jemandem darüber. Holen sie Rat bei einer vertrauten Person oder in einem Fachgeschäft. Lassen sie sich erklären, um was es geht. Durch Einhaltung der wichtigsten Regeln (regelmässig Sicherheitskopien anfertigen und Updates installieren, Schutzprogramme verwenden, unterschiedliche Passwörter einsetzen) können Computerprobleme weitgehend vermieden werden.
  4. Wenn Sie Opfer eines Betruges oder Betrugsversuches geworden sind, melden sie sich bei der Polizei. Auch wenn sie dem Betrüger rechtzeitig auf die Schliche gekommen sind, ist es wichtig, die Polizei über den Vorfall zu informieren.